Gangbang, Holocaust und eine Tüte Eis

von

Therese Feiler

I. Produktiver Nihilismus

Jastrows Hasenente ist ein bekanntes Kippbild: in der Verschmelzung von Ente und Hase sieht man immer nur eins der Tiere, das andere verschwindet. Dieses Bild verwendete Conor Cunningham vor fast einem Vierteljahrhundert um den Nihilismus der Gegenwart zu veranschaulichen: Vor einem blanken Hintergrund oszillieren zwei Ebenen und canceln sich gegenseitig: Sein und Nichts, Gott und Natur. Dabei mangelt es dem Nihilismus sogar am Mangel. Er ist hochproduktiv, er stellt alles bereit: Dinge, Werte, Götter. „Der Nihilismus“, schrieb Cunningham, „ist nicht nihilistisch.“[1] Alles ist also vorhanden. Nur: ohne veritable Transzendenz haben die Dinge keine Signifikanz. Wie Nieseltropfen im Scheinwerferlicht tauchen sie kurz auf und verschwinden spurlos wieder im Dunkeln. Die Wirklichkeit wird zum statischen Rauschen.

Vorläufer davon lassen sich schon in der Antike finden, zum Beispiel in den Enneades des Neo-Platonikers Plotin. Für Plotin „emaniert“ alles ewig aus dem Einen. In der Antike nun gab es die Null nicht, das Plotinsche Eine war deshalb vor dem Zählen – nichts. Aber weil dieses Eine bloß in sich differenziert auch alles sein soll, stürzt es immer wieder in das eine Nichts zusammen. Göttervater Zeus brauchte Gesellschaft – aber die durfte (ontologisch) bitteschön nichts Eigenes sein.

Ein Paradebeispiel für modernen Nihilismus lieferte Baruch de Spinoza (1632-1677), der subkutan die ganze Aufklärung beeinflusste. Spinozas Denken firmiert unter der Formel „Gott oder Natur“ (Deus sive natura), Cunningham nennt es „Pan(A)theismus“. Gott ist eine unendliche, denkende Substanz, die ihr Wesen in unendlich vielen Attributen ausdrückt. Jedes Attribut ist de facto seine eigene Welt, so dass „Gott“ darin zugleich verschwindet. Individuen sind bloße Modifikationen der Substanz, die diese unendliche Substanz ebenfalls negieren – und vice versa. Und weil alles Geschehen bloß eine Verformung der einen Substanz ist, gibt es für alles was geschieht weder Alternativen, einen freien Willen, noch wirkliche moralische Defekte. Moralische Gräuel sind lediglich formaler, epistemischer Natur: „ … [In] der Welt von Spinoza besteht kein Unterschied zwischen einem Holocaust und einer Tüte Eis.“[2]

Es ist irre: alles ist notwendig und vorhanden, und zwar überall und gleichzeitig. Wie soll man sich das vorstellen? Man nehme die Idee der Zeitreise. Sie setzt unendlich viele, reale Alternativen zur Welt voraus. Denn ein Protagonist kann durch kleinste Veränderungen seiner Entscheidungen immer in ein anderes Szenario geworfen werden – und von dort auch wieder zurück auf einen anderen Weg durch die Zeit. Anschaulich ist auch der Film Everything, Everywhere, All at Once (2022), seinerzeit mit allen Mainstream-Akkoladen bedacht. Eine asiatisch-stämmige Wäscherei-Angestellte springt dort zwischen mehreren Universen umher. Die sind mal düster, mal bizarr oder erlauben irrwitzige Verbiegungen des Raumes. Symptomatisch auch das Gefühl, das der Film erzeugt: bei aller Fülle liegt ihm eine tiefe Leere zugrunde. Er präsentiert massenhaft visuellen Hochglanz-Schrott, jede Haptik fehlt. Als Zuschauer ist man schnell gelangweilt und müde.

Der Film basierte auf Mary-Jane Rubensteins spinozistischen Ideen vom „Multiverse“, also multiplen Universen, in denen alles möglich ist.[3] Die überdrehte amerikanische Philosophin erklärte außerdem begeistert, Spinoza habe „Monster“ erdacht und damit zurecht seine Zeitgenossen alarmiert. Monster, das seien genau die Verschmelzungen von Gott und Natur, Mensch und Natur, auch die von Mann und Frau – und für Foucault (den sie zitiert) ein Monster aus Recht und Unrecht.[4] All diese Kategorien seien nun nicht mehr zu trennen, sie sind ja Attribute derselben Substanz, multiple Hasenenten.

Mit wokem Schalk im Nacken notierte Rubenstein die politischen Schlussfolgerungen Spinozas, auch in Amerika: eine egalitäre Demokratie, den freien, rationalen Bürger. Das klingt immer gut. Alexis de Tocqueville erkannte aber schon kurz nach der Revolution die Gefahr politischer Destabilisierung durch entgrenzten Egalitarismus. Weniger bekannt ist, dass de Tocqueville  den Pantheismus im demokratischen Zeitalter für den „größten Verführer des menschlichen Geistes“ hielt. Alle, die „von der wahren Größe des Menschen durchdrungen sind“, sollten ihn hart bekämpfen.[5] Heute kommt dieser pan(a)theistische Nihilismus weniger als Revolutionär denn als grüne Naturgottheit daher. Rubenstein jedenfalls sprach sehr wohlwollend von „unseren Freunden bei Extinction Rebellion“.[6] Öko-Radikalismus und -Sabotage: also auch nihilistische Optionen.

Neben diesem Erbe kann auch Kants Denken für den heutigen Nihilismus als konstitutiv gelten.[7] Jenseits der Anschauungen der Vernunft konnte Kant in der äußeren Welt für nichts mehr garantieren. Im Resultat oszilliert das Denken zwischen Subjektivismus und Objektivismus, beide rein vernunftbasiert. Nur das Subjekt zählt – und ist nichts im Kollektiv. Diese Logik ist in vielen Bereichen systemisch: im „liberalen Paternalismus“ der Technokratie (Thaler und Sunstein), in der „Anarchotyrannei“ (Samuel Francis) des Staates. Das erlaubt allen Beteiligten nur infernalisch gelähmte Aktion, Gesten ohne Bewegung, Anläufe ohne Absprung.

Ganz neu ist all das nicht, findet sich diese Art der Zernichtung doch auch im Bereich der klassischen Militär-Strategie. Sun-Tzu riet z. B. als Alternative zur Konfrontation den  Gegner durch Täuschung zur Selbstzerstörung zu bringen. Es ist Gaslighting par excellence: die Ente wird vom Hasen ausgelöscht, weil sie ihn für sich selbst hält. In diesem Sinne schlugen auch islamistische Strategen der ägyptischen Jama’at-e Takfir in den 1960ern vor, eine absolute Deckungsgleichheit zwischen der Zone des Dschihads und der des Westens herzustellen. Indem der Dschihadi die dekadenten westlichen Werte übererfüllt, dessen „Frieden endo-militarisiert“, könne er ihn zerstören.[8] Eine Gesellschaft, die Vergewaltigungen ungeahndet lässt, wäre in diesem Fall die Summe aus degenerierten Eliten am Hebel und islamistischer Hypercamouflage.

Auf technologischer Ebene könnte man das Internet als das nihilistische Leitmedium schlechthin bezeichnen. Es suggeriert die Realpräsenz aller Welten, im Prinzip eine unendliche Anzahl. Schließt man abends den Rechner, bleibt – nichts. Unter der digitalen Oberfläche kann der ganze Mensch verschwinden, und zwar hyperpräsent. Zwei ganz unterschiedliche Mainstream-Dokus über pornographische Stunts letztes Jahr veranschaulichten das. In einer hatte „Lily Phillips“ für OnlyFans an einem Tag einhundert Männer – nun, wie sag ich’s meinem Leser? – verarbeitet. Was dabei verlorenging zeigte der Film ex negativo: im Brechreiz eines Kameramanns, den unerklärten Tränen der Darstellerin, im regelrechten Kriegszittern eines beteiligten Mannes. Frau Phillips‘ OnlyFans-Kollegin „Bonnie Blue“ erhöhte ihre Stückzahl auf eintausend Männer, legte bei ihrer Doku-Premiere hingegen joviale Abgeklärtheit an den Tag. Wer die Welt gewöhnlich durchs feministische Spekulum betrachtet, sah darin kein Problem. Selbstbestimmte Entscheidung? Häkchen. Finanzielles Empowerment? Häkchen. Glücklich damit? Yes! Nehme man die Gegenwartsmoral her, kommentierte Kathleen Stock, sei es tatsächlich schwierig zu sagen, was da genau falschgelaufen sei. Beim Philosophen und Ästheten Roger Scruton fand sie einen Hinweis, der gut gealtert ist: Wer sich selbst und andere objektifiziere, der zerteile die Person und liefere das Subjekt nur hilflosen Träumen, das Objekt der Zerstörung aus.[9]

Ansonsten ist in der Philosophie eher unendlicher Spaß gefragt. Man ist leichtfüßig und super smart, wie z. B. Markus Gabriel, der (hochproduktive!) Star des Neuen Realismus.[10]  Gabriel verbindet die spinozistische Clownswelt multipler Sinnfelder mit fernöstlicher Ontologie. Ohne Transzendenz wird dort die Natur so magisch wie ein Flipper-Automat. Noch die kleinsten Dinge purzeln geisterhaft umher, scheinbar lebendig, gern robotisch.[11] Diese Welt ist hochkompatibel mit KI, tot und gleichzeitig – putzmunter. Sogar als Transport-Medium für eine neu aufgeklärte Moral könne KI laut Gabriel heute fungieren.[12] Nihilistische Fülle, leere plenitudo, wird hier instruktiv.

Selbst die Theologie reitet gelegentlich den nihilistischen Tiger. Der Hamburger Theologe Hartmut von Sass z. B. nahm in Atheistisch glauben direkt Bezug auf Jastrows Hasenente.[13] Welt und Gott könnten heute nicht mehr als n+1 gedacht werden, schrieb er. Eher sei der „Glaube ‚aus dem Nichts‘ (ex nihilo)“ einer von vielen Aspekten der Welt. Glaube sei der Hasenaspekt, deckungsgleich changierend mit dem säkularen Entenaspekt, sie beeinflussten sich gegenseitig auch nicht. Die betrachtete Welt bliebe dieselbe – oder verschwinde eben. Sicher, zwischen den Aspekten „kann es beginnen, gehörig zu flimmern“, der des Glaubens könne wieder verlorengehen: „Hier hat die Anfechtung ihren Ort, die jenes Oszillieren theologisch verarbeitet und darin gerade einen Dauerzustand, keine Ausnahme sieht.“[14] So pflegt sich die Theologie in den Nihilismus ein.

II. Nihilismus der Leere

Wie kommt man nun raus aus dieser Nummer? Man kann offline gehen, historisch zurücktreten, eine Störstelle suchen. So wurde frühen 20. Jahrhundert das Nichts noch schmerzlich empfunden, teils geometrisch veranschaulicht als ein Null-Punkt oder eine Linie, jedenfalls als konkrete Konstellation der Zeit. Nihilismus, das hieß Mangel und hartes Leiden. Von da aus ließ sich die Absprungkante ins Wirkliche abtasten.

So bei Heidegger: „das Seiende im Ganzen“ offenbarte sich für ihn in der Langeweile genauso wie in der Freude am einfachen Dasein eines geliebten Menschen. Das Nichts hingegen, welches alles Seiende umgibt, erzeugte schiere Angst: „Dieses Wegrücken des Seienden im Ganzen, das uns in der Angst umdrängt, bedrängt uns. Es bleibt kein Halt. Es bleibt nur und kommt über uns – im Entgleiten des Seienden – dieses ‚kein‘. Die Angst offenbart das Nichts.“[15] Es klingt die Genesis an, wenn er weiter schreibt: „In der hellen Nacht des Nichts der Angst ersteht erst die ursprüngliche Offenheit des Seienden als eines solchen: dass es Seiendes ist – und nicht Nichts.“[16] Das ist nicht nur Wahrnehmungssache. Erst mit dem Nichts, dieser „Transzendenz“, in die alles hineinrage, gebe es überhaupt Freiheit und Selbstsein.[17] Dass sich die Leute im Alltag von der Angst meist abkehren, man sich eher „im Seienden verliert“, war Heidegger bewusst. Weil (mit Hegel) das „reine Sein“ ohne Zeugs und Dinge aber nichts ist, flimmert bei Heidegger im Hintergrund schon die nihilistische Hasenente. Mit der „Seinsvergessenheit“ der modernen Gegenwart kommt eben auch die Nichtsvergessenheit. Trotzdem fühlte er wie seine Zeitgenossen noch das Nichts als Grauenhaftes: in der Angstflut, die einen verschlingt, in diesem Verzehrtwerden vom andrängenden Verlust des Geliebten, eines Kindes, der Heimat.

Ernst Jünger widmete Heidegger später zum 60. den Essay Über die Linie. Jünger beschrieb darin den Nihilismus als schicksalhaften Prozess, der jeden Bereich ergreife, auch den Einzelnen tief im Herzen. Er bedeutete technokratisches Funktionieren und Leere für beliebige Zwecke, einen vernichtenden Leviathan. Das Grundgefühl ist dabei Schwund, welcher auf einen Nullpunkt hinrast.[18]

Aber wo Schwund ist, sah Jünger immer auch brauchbare Bestände und Umrisse von Neuem. „Der Augenblick, in dem die Linie passiert wird, bringt eine neue Zuwendung des Seins, und damit beginnt zu schimmern, was wirklich ist.“[19] Eine „metaphysische Beunruhigung“ sei jedenfalls schonmal gut. Weitere „Heilmittel“ wären Furchtlosigkeit vor dem Tod; die Eros-Liebe, denn: „wo sich zwei Menschen lieben, entziehen sie dem Leviathan Gebiet, schaffen von ihm nicht kontrollierten Raum.“[20] Dasselbe gilt für die Freundschaft. – Dieses nihilistische Reduzieren wurde bis heute vielfach beschrieben: in den heimatlosen Städtern (wie „feingemahlener Treibsand“ laut Rolf Sieferle), im Verfall der Zivilisation, für den es keine Heilung, geschweige denn Erlösung gibt. Dann bleibt auch nur die „Gemeinschaft der Melancholie“.[21] Allenfalls: allein durchs Sehen dieses Schwunds ist der produktive Nihilismus angezählt.

III. Ex nihilo – der hauseigene Nihilismus

Gottfried Benn, selbst eine Art Nihilist[22], schrieb: „Durch jede Stunde,/ durch jedes Wort/ blutet die Wunde/ der Schöpfung fort.“ Greift man in diese Wunde und stülpt das ganze Bild auf rechts, hält man den Zipfel eines alternativen produktiven Nihilismus in der Hand.

Das Stichwort ist Schöpfung, die creatio ex nihilo im Christentum. Rückt da nicht auch das Nichts an den Ursprung aller Dinge? Das Alte Testament lieferte für diese Vorstellung zunächst wenig Material. Vor Erschaffung der Welt war Leere und Wüstenei, ontologisches Gekrusch. Die creatio ex nihilo war zunächst auch nur Trutzbehauptung gegen antike Kosmogonien, die eine ewige Materie voraussetzten. Solche Materie, schrieb Irenäus von Lyon im 3. Jahrhundert, kompromittiere die göttliche Allmacht. Sie unterwerfe Gott, und erst recht den Menschen, niederen Mächten wie der Notwendigkeit.

Mit der Zeit wurde die ex nihilo-Lehre dann zum unverrückbaren Lehrstück. Die unerträgliche Leichtigkeit des Nichts, und deshalb die Vorstellung einer präexistenten Materie, blieb freilich virulent. Thomas von Aquins Aussage, nicht mal Gott könne so eine formlose Materie erschaffen (also: er kann nur formvollendet ex nihilo schaffen), wurde 1277 noch verdammt.

Angesichts der metaphysischen Großwetterlage heute würde man die creatio ex nihilo nicht allein als Gegenposition zu antiken Ideen aufziehen. Als grabschte der liebe Gott, statt wie ein Töpfer in den Ton oder ein Dämon in den Schlamm eben in anderes Zeug, das Nichts. Eher könnte man von den Negationen im Gottesbegriff selbst ausgehen, ikonographisch oft dargestellt. Bei einem Gott in drei Personen ist der Vater nicht der Sohn, der Sohn nicht der Heilige Geist und dieser eben nicht der Vater. Die Schöpfung nistet dann in diesen Differenzen, diesen komplexen Bewegungen des göttlichen Liebeslebens. Sie, die Welt, wäre das „plus 1“, nicht Gott.

Damit erhellen sich diffizile Bibel-Passagen wie die folgende: „Alle Dinge sind durch [das Wort] gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.“ (Joh 1,1) Oder die hier: „In ihm [Christus] hat alles Bestand.“ (Kol 1,17).  Das „Nichts“ dieser creatio ist also schlicht die Differenz, das „Nicht“ zwischen Gott und Schöpfung „in Christus“.[23] Alles Geschaffene wird dadurch konkret, frei, eigenständig und eigentümlich. Hase und Ente stehen nebeneinander ohne monströses Kippeln. Aus diesem Riss quillt Wirkliches wie aus dem Füllhorn. Da ist auch der Sündenfall angelegt, der Ab-Fall ins Nichts, und der setzt die Freiheit des so Geschaffenen voraus. Selbst der tiefste Graben, der Tod, wurde durch vorherige Ansage und Umwidmung „ad maiorem Dei gloriam“ gewissermaßen schon überwunden.

Welchen Unterschied macht das nun? Hier emanieren jedenfalls die Dinge nicht aus dem Plotinschen „Einen“ und rauschen spurlos vorbei. Es stapeln sich nicht bloß kognitiv-dissonante Aspekte, die einen deprimieren. Klar, das Weltgewebe an diesem Zipfel hochzuziehen mag für produktive Ballaballa-Nihilisten nur eine zusätzliche, beliebige Option sein. Aber sie versucht nicht, dem Betrachter das Nichts als Alles unterzujubeln. Sie bietet alles als etwas: tatsächliches, wirkliches Etwas.

 

Therese Feiler gründete Theologia dissidens. Studium der englischen Literatur und Religionswissenschaft in Berlin und Aberdeen, Master und Promotion in Theologie an der Universität Oxford, danach Post-Docs in Oxford und München. Jetzt Hamburg.

 

[1] Conor Cunningham, Genealogies of Nihilism (London, New York: Routledge, 2002), S. 170. “Nihilism is not a choice but all choices. It endeavours to be so in an attempt to avoid lack. This is ‘possible’ because what is provided is nothing as something.”

[2] Cunningham, Genealogies, S. 63.

[3] Mary-Jane Rubenstein, Pantheologies: Gods, Worlds, Monsters, New York: Columbia University Press, 2018.

[4] Vgl. Michel Foucault, Die Anormalen. Vorlesungen am Collège de France 1974/1975, übers. Michaela Ott und Konrad Honsel, Frankfurt/M.: Suhrkamp, 6. Aufl., 2022.

[5] „Stoße ich auf ein philosophisches Lehrgebäude, das die körperlichen und geistigen, die sichtbaren und die unsichtbaren Dinge in der Welt nur mehr als verschiedene Bestandteile eines unendlichen Wesens deutet, das inmitten des dauernden Wechsels und der fortwährenden Wandlung alles Bestehenden als einziges ewig ist, so fällt mir der Schluss leicht, dass eine solche Lehre, obwohl sie die menschliche Einzelperson aufhebt, oder vielmehr, weil sie sie aufhebt, für die Menschen der Demokratie einen geheimen Anreiz besitzt; alle ihre geistigen Gewohnheiten bereiten sie darauf vor und führen sie zu ihrer Annahme. Sie zieht ihre Aufmerksamkeit naturgemäß auf sich und hält sie fest; sie schürt ihren geistigen Stolz und schmeichelt der Faulheit.“ Alexis de Tocqueville, Demokratie in Amerika, Teil 2 (Zürich: Manesse, 1987), S. 50.

[6] “Gods, worlds and monsters everywhere | Mary-Jane Rubenstein”, The Institute of Art and Ideas, https://www.youtube.com/watch?v=UgpQXEVr5wM

[7] So schon Nietzsche, „Dass es keine Wahrheit giebt; dass es keine absolute Beschaffenheit der Dinge, kein ‚Ding an sich‘ giebt – dies ist selbst ein Nihilismus, und zwar der extremste.“ (KSA XII, 351)

[8] Reza Negarestani, „The Militarisation of Peace: Absence of Terror or Terror of Absence?”, Collapse I, Hrsg. R. Mackay (Oxford: Urbanomic, 2007).

[9] Kathleen Stock, ‘On Bonnie Blue and Roger Scruton. We have stripped sex of enchantment’, UnHerd, 29 Juli 2025. Siehe auch Roger Scruton, Spinoza: A Very Short Introduction (Oxford: Oxford University Press, 2002).

[10] Markus Gabriel, Warum es die Welt nicht gibt (Berlin: Ullstein, 2013); ders. und Graham Priest, Everything and Nothing (Cambridge: Polity Press, 2022).

[11] Vgl. den Kung-Fu-Tanz der Roboter im chinesischen Staatsfernsehen zum neuen Jahr 2026: https://www.youtube.com/watch?v=W7kqiLFIgzU

[12] Markus Gabriel, Ethische Intelligenz: Wie KI uns moralisch weiterbringen kann – Ein Konzept für einen Fortschrittsoptimismus und eine neue Aufklärung (Berlin: Ullstein Verlag, 2026).

[13] Hartmut von Sass, Atheistisch glauben (Berlin: Matthes & Seitz, 2022).

[14] Ibid., S. 93.

[15] Martin Heidegger, Was ist Metaphysik? (Frankfurt a. M.: Vittorio Klostermann, 1969), S. 32.

[16] Ibid., S. 34.

[17] Ibid., S. 35.

[18] Ernst Jünger, Über die Linie, SW 9 (Stuttgart: Klett-Cotta, 2015 [1950]), S. 257.

[19] Ibid., S.  267.

[20] Ibid., S. 274.

[21] Jean Vioulac, Philosophie de la catastrophe. L’esprit du nihilisme et son destin (Paris: PUF, 2025).

[22] „Es ist ein Irrtum, anzunehmen, der Mensch habe noch einen Inhalt oder müsse einen haben. Der Mensch hat Nahrungssorgen, Familiensorgen, Ehrgeiz, Neurosen, aber das ist kein Inhalt im metaphysischen Sinn.“ Zit. in Stefan Groß-Lobkowicz, ‚Gottfried Benn – Der Prophet der trostlosen Klarheit‘, Tabula rasa, 23. August 2025, https://www.tabularasamagazin.de/stefan-gross-lobkowicz-gottfried-benn-der-prophet-der-trostlosen-klarheit/ Gottfried Benn, ‘Durch jede Stunde‘.

[23] Das „Nichts“ gibt es dann nur wegen des inner-trinitarischen „Nicht“ – womit man Heidegger umkehrt.

Bild: ©Peter Feiler, Clownworld (Acryl auf Leinwand, 2024)

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